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Unsere Pressemitteilungen 2026
Hier findet ihr fortlaufend unsere verkehrspolitischen Pressemitteilungen aus dem Jahr 2026
19. Oktober: Statement zur Beschlussvorlage “Verstetigung von Tempo 30 auf der Ost-West-Achse”
https://www.augsburg.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=1003973&refresh=false&TOLFDNR=1005653
Der ADFC Augsburg begrüßt, dass das vor einem Jahr eingeführte Tempo 30-Gebot auf der innerstädtischen Ost-West-Achse (Grottenau bis Leonhardsberg) dauerhaft bestehen bleiben soll.
„Die Evaluation bestätigt, was uns viele Mitglieder seit Beginn des Versuchs zurückmelden: Der Straßenzug ist leiser geworden, und man fühlt sich dort sicherer“, sagt Michael Liebert vom ADFC Augsburg. „Die üblichen Einwände gegen Tempo 30 – Stau, Ausweichverkehr, ausgebremster Nahverkehr – haben sich nicht bestätigt.“
Für den ADFC zeigt das Beispiel, dass angepasste Geschwindigkeit die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert, ohne den Verkehr lahmzulegen. „Wir regen an, auch zwischen Langem Sächsengässchen und Jakobertor Tempo 30 ganztägig zu prüfen.“
22. September: Statement zum Antrag der Grünen im Mobilitätsausschuss am 23.09.2026
https://www.augsburg.sitzung-online.de/public/to010?SILFDNR=1000305&TOLFDNR=1005071
ADFC Augsburg begrüßt Maßnahmenpaket der Grünen und stellt weitergehende Forderungen
Wir begrüßen den Antrag der Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 15. Juli 2026 “Fahrradstadt-Agenda 2031” (1), der diesen Mittwoch im Ausschuss behandelt wird. “Viele Punkte des vorgeschlagenen Maßnahmenpakets sind aus unserer Sicht längst überfällig und überschneiden sich mit den Forderungen des ADFC”, so Vorstandsmitglied Michael Liebert. In einigen Punkten gehen die Anträge aus unserer Sicht jedoch noch nicht weit genug:
So fordern wir nicht nur eine Neuregelung für einzelne Straßenabschnitte, sondern grundsätzlich Tempo 30 dort, wo aufgrund der räumlichen Gegebenheiten keine sicheren Radwege eingerichtet werden können. Dies ist zum Beispiel in der Schaezlerstraße oder der Blücherstraße der Fall. Unlängst zeigte die Björn-Steiger-Stiftung, dass ein Tempolimit in Innenstädten die Gefahr von tödlichen Verletzungen senkt und gleichzeitig die Fahrzeit für Autofahrende nur minimal verlängert (2).
An der Holzbach-Unterführung braucht es unbedingt schnelle Verbesserungen. Als eine schnell umsetzbare und kostengünstige Sofortmaßnahme schlagen wir die Errichtung des neu eingeführten Verkehrszeichens 277.1 (Zweirad-Überholverbot) vor (3). Zu knappe Überholmanöver sind eine Gefahr für Radfahrende und erzeugen Unsicherheit – nicht nur in der Holzbachstraße, sondern auf vielen Straßen von Augsburg, und ganz besonders in Unterführungen. Diese sind naturgemäß häufig eng, unübersichtlich, dunkel und laut. Überholt zu werden, ist dort für Radfahrende besonders unangenehm und kann schnell gefährlich werden. Enge Straßenverhältnisse oder eine durchgezogene Linie allein halten leider nicht alle Autofahrenden vom Überholen ab, daher fordern wir die Errichtung des Verkehrszeichens 277.1 vor allen Unterführungen, in denen de facto Überholverbot herrscht.
Ergänzend zum Vorschlag der “Grünen Welle bei Tempo 20” setzen wir uns für die stadtweite Einrichtung von Grünpfeilen für rechtsabbiegende Radfahrende an dafür geeigneten Kreuzungen ein. Der Grünpfeil an der Kreuzung Leonhardsberg/Oberer Graben zeigt bereits, dass diese Regelung gut funktionieren kann und das Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden fördert. Andere Städte haben bereits vorgemacht, dass Grünpfeile ein wichtiger -und leicht umzusetzender- Baustein zur Radverkehrsförderung sind (4).
(1) https://gruene-fraktion-augsburg.de/fahrradstadt-agenda-2031-infrastruktur-massnahmenpaket/
(2) https://www.adfc.de/neuigkeit/tempo-30-sorgt-fuer-weniger-unfaelle
(3) https://www.stuttgart-steigt-um.de/verkehrszeichen/
11. September: Schulstart in Bayern - ADFC fordert Schulstraßen
Mit dem neuen Schuljahr stellt sich für viele Familien erneut die Frage, wie der Weg zur Schule sicher gelingt. Wir fordern Schulstraßen, Tempo 30 und sichere Schulwegepläne, damit Kinder diesen Weg auch selbstständig meistern können.
Das Fahrrad ist für viele Kinder das ideale Verkehrsmittel auf dem Schulweg: Es macht Spaß, bringt Bewegung in den Schultagstart und stärkt die Selbstständigkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die sich eigenständig im Straßenverkehr bewegen, sich besser orientieren können, mehr soziale Kontakte pflegen und insgesamt aktiver sind. Doch bundesweite Zahlen zeigen auch: Viele Schulwege sind für Kinder noch nicht sicher genug. 2024 verunglückten deutschlandweit 27.260 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr, mehr als ein Drittel davon auf dem Fahrrad. Besonders häufig passiert das werktags zwischen 7 und 8 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr – also genau zu den typischen Schulwegzeiten. Eine bundesweite Kinderbefragung ergab zudem, dass ein Großteil der Kinder Angst vor großen Fahrzeugen wie Lkw und Bussen hat und befürchtet, von einem Auto erfasst zu werden.
Schulstraßen als zentrale Forderung des ADFC Bayern
Eltern können den Schulweg mit ihren Kindern üben, sicher gestalten können sie ihn allein nicht. Der ADFC Bayern hat deshalb auf seiner diesjährigen Landesversammlung einen Leitantrag zu Schulstraßen beschlossen. Ziel ist ein bayernweiter Leitfaden, der Kommunen die Einrichtung erleichtert: Dabei wird die Straße im unmittelbaren Umfeld einer Schule zumindest zu Unterrichtsbeginn für den Kfz-Verkehr gesperrt, wie es unter anderem in Paris, Wien und mittlerweile auch in Hamburg bereits praktiziert wird. So sinkt der Verkehrsdruck direkt vor der Schule, Kinder gewinnen Platz, um sicher zu Fuß oder mit dem Rad anzukommen, und gefährliche Situationen durch sogenannte Elterntaxis werden reduziert. Darüber hinaus fordert der ADFC Bayern Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, eine kindgerechte Radverkehrsinfrastruktur sowie flächendeckende Schulwegepläne, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern erstellte, sichere Radrouten einbeziehen.
Banneraktion: „Lasst das Auto stehen – wir wollen Radfahren oder gehen!“
Zum Schulstart beteiligen sich viele bayerische Kreisverbände an einer Banneraktion, die auf eine Initiative des ADFC Hamburg zurückgeht. Unter dem Motto „Lasst das Auto stehen – wir wollen Radfahren oder gehen!“ werden an teilnehmenden Schulen Banner aufgehängt, die Familien zu einem umweltfreundlicheren und gesünderen Schulweg aufrufen.
Im Augsburger Raum beteiligen sich folgende Schulen daran: Fröbelschule in Haunstetten, Hans-Adlhoch-Schule in Pfersee, Grund- und Mittelschule Bärenkeller, Grundschule Täfertingen, Grundschule Neusäß bei St. Ägidius
13. Juli: Stellungnahme zum Ende des Radvertrags
Wurde der Radvertrag erfüllt?
Viele der konkret vereinbarten Themen wurden zügig angegangen und auch fertiggestellt. Tempo 30 wurde unter anderem in der Schertlinstraße, Holzbachstraße, Stettenstraße sowie in der Pferseer Straße eingeführt. Auch die Schaffung neuer Radfahrstreifen und Schutzstreifen im Stadtgebiet brachte Verbesserungen. Ein wichtiger Schritt war zudem der Lückenschluss im Radwegenetz am Oberen und Mittleren Graben. Neue Fahrradbügel an zahlreichen Standorten, darunter 120 Stellplätze am Zoo und an verschiedenen Stellen in der Innenstadt, sind ein weiterer Erfolg. Viele kleinere Maßnahmen für Radfahrende wie Aufstellflächen in der Karlstraße oder am Klinkertorplatz haben die Sicherheit erhöht.
In den letzten zwei Jahren ist aber nur noch wenig vorangegangen und die großen Brocken (Donauwörther Straße, Holzbachunterführung und Auf dem Kreuz / Klinkertorstraße) sind auf der Strecke geblieben.
Letztlich geht es aber auch nicht nur um die damals konkret vereinbarten Einzelmaßnahmen, sondern, dass die grundsätzlich vereinbarten Ziele und Qualitätsanforderungen in der ganzen Stadt angewendet werden, damit Menschen gerne in Augsburg mit dem Fahrrad fahren und schnell, intuitiv und sicher an ihre alltäglichen Ziele kommen. Dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht und der politische Wille dafür ist in letzter Zeit leider immer seltener zu sehen.
Positiv hervorzuheben sind aber die durchgeführten Verkehrsversuche (Frölichstraße, Hermanstraße, Neuburger Straße, Kriegshaberstraße), die teils auch schon verstetigt wurden. Von diesem Mut wünschen wir uns mehr, um schneller Verbesserungen im Radverkehr zu erreichen. Ein positiver Nebeneffekt des Radvertrags war auch, dass der Radverkehr heute durch Schaffung von Stellen und Bereitstellen von Geldern deutlich stärker in Verwaltung und Politik verankert ist als früher.
Plant der ADFC ein neues Radbegehren?
Ein zweites Radbegehren ist derzeit nicht geplant. Es ist aber eine denkbare Option, wenn sich zeigt, dass die Stadtregierung ohne neuen öffentlichen Druck nicht vorankommt.
Wo fordern wir Verbesserungen und Fortschritte?
Personal und Finanzmittel müssen stabil bleiben. Ohne Geld und gutes Personal kann nichts vorangehen. Allerdings blicken wir auch mit Sorge auf die Neustrukturierung der Referate und hoffen, dass dadurch kein Stillstand entsteht, sondern die neuen Prozesse bald effizient laufen. Die aktuellen Diskussionen zur Fuggerstraße irritieren uns. Wir brauchen durchgängige und sichere Radrouten und Fahrradabstellanlagen in allen Stadtteilen - nicht ein einzelnes Prestigeprojekt in der Innenstadt. Dafür darf nicht der Radverkehrstopf mehrerer Jahre geplündert werden, denn dies würde die Entwicklung der “Fahrradstadt” völlig zum Erliegen bringen.
“Wir fordern klare Prioritäten und politischen Umsetzungswillen für stetige Verbesserungen der Radverkehrsinfrastruktur. Denn trotz der vielen Fortschritte und guten Einzelmaßnahmen liegt das Ziel einer echten Fahrradstadt noch in weiter Ferne”, so Michael Liebert aus dem Vorstandsteam des ADFC Augsburg.
Was packen wir als nächstes an?
Die Radvorrangrouten sind für uns das nächste große, wichtige Projekt. Nachdem in den letzten 5 Jahren lediglich die Machbarkeitsstudie durchgeführt wurde, erwarten wir nun, dass die konkreten Planungen zügig durchgeführt und umgesetzt werden.
Wir schauen uns gerade alle geplanten Radvorrangrouten genau an. Zusammen mit Bürgern aus den Stadtteilen befahren wir einzelne Routen, bewerten die Routenführung und sammeln Verbesserungsvorschläge. Wir sind damit noch nicht fertig - doch soviel vorab: Die Radvorrangrouten sind der richtige nächste Schritt, wir sehen aber auch Verbesserungsbedarf bei den aktuellen Routenvorschlägen und werden diese konstruktiv in den Planungsprozess mit einbringen, damit die Radvorrangrouten ein Erfolg werden.