Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Augsburg e. V.

Kommunalwahl 2026: Augsburgs Parteien auf dem Prüfstand

Wie stehen die Parteien 2026 zum Projekt “Fahrradstadt”? Was wollen sie als nächstes anpacken? Wir haben den Augsburger Parteien drei Fragen gestellt und die Antworten für euch zusammengefasst.

Die Antworten der Parteien waren meist sehr ausführlich, sodass wir hier nur kleine Ausschnitte zeigen können. Die vollständigen Antworten könnt ihr daher zusätzlich als PDF-Dokument herunterladen.

 

 

 

Folgende Fragen haben wir gestellt

1. (2020 hat Ihre Partei das Bürgerbegehren "Fahrradstadt jetzt" unterstützt.) Was verstehen Sie unter dem Begriff "Fahrradstadt"?

2. Welche drei konkreten Fahrrad-Projekte wollen Sie in der kommenden Amtsperiode mit oberster Priorität umsetzen oder neu anstoßen?

3. 2025 wurde eine Machbarkeitsstudie zu Radvorrangrouten in Augsburg durchgeführt. Wie wird Ihre Partei damit weitermachen?

 

1. Ziel Fahrradstadt

Alle Parteien machen in ihrer Antwort deutlich, dass sie die Wichtigkeit des Radverkehrs erkennen, aber auch, dass weiterhin einiges zu tun ist, um Augsburg zur Fahrradstadt zu machen. Nichtsdestotrotz gibt es Unterschiede, z.B.:

Die Grünen stehen weiter voll hinter den Zielen des Bürgerbegehrens. Sie wollen dafür Sorge tragen, dass das Fahrradstadt-Ziel auch nach Auslaufen des Radvertrags im Juli 2026 weiterhin mit Hochdruck verfolgt wird und die Kriterien und Ziele aus dem Radvertrag auch weiter angewendet werden.

Für die CSU bedeutet Fahrradstadt, Mobilität so zu denken, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel nicht benachteiligt wird. Sie denkt aber die weiteren Mobilitätsformen, insbesondere den Fußverkehr, mit.

Für die SPD ist das Fahrrad ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende. Radfahrerinnen und Radfahrern muss endlich mehr Platz eingeräumt werden, Gefahrenstellen müssen beseitigt werden.

Für die Freien Wähler ist eine Fahrradstadt eine Stadt, in der Menschen sich freiwillig für das Fahrrad entscheiden – weil es praktisch, sicher und effizient ist.

FDP/Pro Augsburg meint, am bequemsten und sichersten radelt es sich abseits des Straßenverkehrs und will deswegen Radwege z.B. bevorzugt an Wertach und im Siebentischwald entlangführen.

 

2. Drei konkrete Fahrrad-Projekte für die kommende Amtsperiode

Folgende konkrete Projekte haben die Parteien genannt:

CSU

  • Ausbau Geh- und Radweg zwischen der Mindelheimer- und Schönbachstraße (Anmerkung ADFC: bereits 2024 beschlossen)
  • Netzlücke Ulmer Straße schließen (Oberhauser Bahnhof bis Donauwörther Str.)
  • überdachte Abstellanlage am Bahnhof Haunstetter Straße (Anmerkung ADFC: bereits 2023 beschlossen)

Die Grünen

  • durchgehender Radweg entlang der Donauwörther Straße
  • Fahrradstraße in Pfersee Nord
  • Sofortmaßnahmen, um die Nutzung der Unterführung Holzbachstraße sicherer zu gestalten

Augsburg in Bürgerhand

  • ein durchgehendes Rad-Vorrangnetz in Augsburg
  • neues Raumordnungskonzept für den Bereich Grottenau / Karlstraße / Jakoberstraße
  • beidseitige Radwege auf der Donauwörther Straße

Generation Aux

  • Nord-Süd-Radachse durch die Innenstadt vom Theodor-Heuss-Platz bis zur Wertachbrücke
  • "Augsburger Superblocks“, als erstes im Bismarckviertel
  • Umsetzung des Radvorrangroutennetzes 

FDP/Pro Augsburg

  • Baustellenplanung verbessern unter Einbeziehung des Fahrradbeauftragten
  • Motorisierten Durchgangsverkehr um die Altstadt herumleiten
  • Kreuzungsfreie, aufgeständerte Verlängerung des Radwegs vom Hauptbahnhof über das Bismarckviertel bis zum Spitalbach

Volt

  • autofreie Maximilianstraße
  • Entschärfung der Schienenproblematik durch Gummieinsätze
  • Erhöhung der Investitionen in Fahrradstrecken

ÖDP

  • Verbesserung des Winterdienstes

 

Folgende Parteien haben lediglich drei Schwerpunktbereiche genannt:

SPD

  • Gefahrenstellen identifizieren und beseitigen
  • Lücken im Radwegenetz schließen
  • Radvorrangrouten weiter voranbringen

Freie Wähler

  • Lückenschlüsse und Qualitätsverbesserung im bestehenden Radnetz
  • Sichere, nachvollziehbare Hauptachsen für den Radverkehr
  • Verbesserung der Fahrradstellplatzsituation und Verknüpfung mit dem ÖPNV

Die Linke

  • Ausbau sicherer und durchgängiger Radwege
  • Mehr Verkehrsberuhigung
  • Stärkung von Alternativen zum Auto

 

3. Wie geht’s weiter mit den Radvorrangrouten?

Alle Parteien wollen die Ergebnisse nutzen und weiter planen, die geplante Umsetzungsgeschwindigkeit unterscheidet sich aber:

  • Grüne, Generation Aux und Volt wollen das Netz schnell umsetzen.
  • Sicherheit, vor allem für den Radverkehr, hat dabei Priorität für Grüne, Generation Aux und Freie Wähler.
  • Volt will einen verbindlichen Aktionsplan gemeinsam mit anderen Parteien und relevanten Akteur*innen erarbeiten.
  • Augsburg in Bürgerhand würde über ein Bürgerbegehren nachdenken, sollte die Machbarkeitsstudie nicht umgesetzt werden.
  • Freie Wähler und Linke wollen die Pläne schrittweise umsetzen und erwarten eine transparente und ehrliche Beratung und Bewertung der Pläne.
  • Die ÖDP denkt die Radvorrangrouten zusammen mit Baumpflanzungen und geht davon aus, dass dafür sowieso ganze Straßenzüge umgestaltet werden müssen.
  • Die SPD unterstützt die Einführung von Radvorrangrouten, die FDP will die Planung weiter vorantreiben. Die CSU sieht noch viel Planungsaufwand, aber kann sich mittelfristig fahrradfreundliche Ergebnisse vorstellen.

 

Nicht auf unsere Fragen geantwortet haben WSA, Die PARTEI und V-Partei³. Die AfD haben wir nicht gefragt.

 

Auch ein Blick in die Vergangenheit kann bei der Wahlentscheidung helfen. 

Wie haben sich die Parteien bei vergangenen Entscheidungen zu Fahrradprojekten verhalten? Wir denken da z.B. an die Diskussionen zum Kirschenweg, der Kriegshaberstraße oder dem Radweg durch den Westfriedhof sowie zur Entschärfung der Gefahrenstelle in der Rosenaustraße Höhe Wittelsbacher Park.

 


https://augsburg.adfc.de/neuigkeit/kommunalwahl-2026

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